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Simone Ibrahim

Simone Ibrahim

Die Magie des Schenkens

Ganz unerwartet habe ich von einer Freundin diese Woche ein wundervolles Geschenk erhalten. Das war nicht einfach irgendein Geschenk, sondern etwas, das wirklich für mich ist, das mir gefällt. «Ich habe das gesehen und sofort an dich gedacht», hat meine Freundin gesagt, als sie mir das Geschenk überreichte. Und schon das alleine hat mich glücklich gemacht. Weil meine Freundin sich ganz offensichtlich ernsthaft für mich interessiert und auf mich eingehen kann. Weil meine Freude sie glücklich macht.

Geschenke sind nicht immer eine einfache Sache. Es gibt Menschen die fürchten sich gar davor ein Geschenk zu erhalten. «Mein Gott, kann ich der Person etwas Gleichwertiges zurückgeben?» «Habe ich das verdient?» «Oh nein, jetzt stehe ich in ihrer Schuld.» «Was will der jetzt von mir?»

Das kommt daher, dass Dinge als Geschenke gehandelt werden, die eigentlich keine Geschenke sind. An denen manchmal ausgesprochene, meist aber unausgesprochene Bedingungen haften, durch die das Geschenk zum Tauschgut wird. Man nennt es aber fälschlicherweise Geschenk – und wehe das Gegenüber hält die Bedingungen dieses Tauschhandels nicht ein.

Solche Geschenke fühlen sich für den Empfänger nicht gut an. Es ist eine Form der Manipulation.

Wie ist das bei dir? Kannst du wirklich schenken, ohne etwas zurück zu erwarten?

Wenn ja, dann schenkst du von Herzen.

Wir können jemandem wirklich etwas schenken, wenn wir selbst genug haben. Und damit meine ich nicht einfach materielle Dinge. Wir müssen ein Gefühl der inneren Fülle haben. Wir müssen überfliessen, in welchem Bereich auch immer. Wenn wir aus einem Mangel schenken, dann wollen wir in der Regel etwas zurückerhalten, das diesen Mangel auffüllt.

Auf der anderen Seite fällt es Menschen oft schwer, wirklich zu empfangen. Sich berühren zu lassen. Jemandem die Macht zu geben, etwas in uns auszulösen. Auch wenn es Freude ist.

So viele Menschen können nicht empfangen. Damit verwehren wir uns aber einer Form von Verbundenheit, die über den intellektuellen Austausch hinaus reicht. Wir lassen uns emotional berühren. Wir öffnen uns und machen uns dadurch verletzlich.

Schenken heisst also geben ohne etwas dafür haben zu wollen und annehmen ohne das Gefühl es verdienen oder vergelten zu müssen. Das klingt so einfach, fällt aber vielen unglaublich schwer.

Deshalb möchte ich uns alle ermutigen. Schenkt, wenn ihr in der Fülle seid und lasst euch beschenken, egal wie innerlich und äusserlich reich ihr euch fühlt. Es gibt immer etwas, von dem wir genug haben. Wir können jemandem Zeit schenken, Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit, materielle Güter, Energie, Zuspruch, Anerkennung, die Möglichkeiten sind unendlich…

Schenken heisst berühren und berührt werden.

Schenken heisst sehen und gesehen werden.

Schenken öffnet und verbindet.

Schenken ist geteilte Freude und geteilte Fülle.

Schenken ist Ausdruck wahrer Liebe und Verbundenheit.

Bild: Mia Golic via Unsplash

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