Zyklen
Simone Ibrahim

Simone Ibrahim

Warum es sich lohnt, sich den Zyklen des Lebens hinzugeben

Wenn es um Persönlichkeitsentwickung geht ist oft davon die Rede, dass wir lernen, unsere Energie nicht mehr zurückzuhalten, uns sichtbar zu machen, uns erlauben mit unserer Präsenz Einfluss auf die Umgebung zu haben. Zu erblühen und unsere Einzigartigkeit der Welt zu zeigen. Etwas Sinnhaftes zu erschaffen.
Das ist ein wichtiger Aspekt der Selbstermächtigung. Aber es ist nur ein Aspekt.
Hast du schon einmal an einem Strand gesessen und die Wellen beobachtet, wie sie in diesem ruhigen, regelmässigen Takt kommen und gehen?
Oder deinen eigenen Atem? Wie unangestrengt und selbstständig er ein und wieder ausströmt?
So ist es auch mit der Bewegung unserer eigenen Energie. Mal geht sie nach aussen, mal nach innen. Sie dehnt sich aus und zieht sich wieder zurück.
Wie alles im Universum sind auch wir Menschen rhythmische und zyklische Wesen. Das Prinzip des Rhythmus ist eine kosmische Gesetzmässigkeit. Nichts bleibt gleich, nichts ist konstant alles ist vergänglich, für alles gibt es einen richtigen Moment und dann verschwindet es wieder.
Ich spüre, wie stark hier in der Schweiz und auch in anderen westlichen Ländern versucht wird, diesen Rhythmus zu umgehen oder ihn zu überlisten. Da soll sich alles nur immer mehr nach aussen ausdehnen. Die Wirtschaft soll immer weiterwachsen, wir sollen konstant leisten und abliefern. Aber das ist gegen die Natur. Und es wird auf Dauer nicht haltbar sein. Da kann man noch so sehr versuchen, mit allen Mitteln nachzuhelfen. Alles kommt und geht. Dem entgegenzuwirken kreiert Stress und Druck und kann dazu führen, dass man sich selbst verliert. Und am Ende ist es ohnehin zum Scheitern verurteilt.
Wenn wir es schaffen, aus diesem künstlichen Spiel auszusteigen dann öffnen wir uns für etwas Grösseres. Dann erkennen wir, dass es neben dieser äusseren Welt, auch eine innere gibt.
Wenn wir der Energie nach innen folgen, dann sind wir vielleicht im Aussen gerade nicht mehr so sichtbar und erschaffen gerade nichts Neues, dafür wird es im Inneren weit und tief.
In meinem eigenen Rhythmus befinde ich mich gerade in einer Phase wo es weniger nach aussen, sondern tief nach innen geht. Ich bin nicht sehr produktiv, sitze oft einfach da oder liege auf dem Bett und spüre, wie es mich immer tiefer in mich hineinzieht. Und ich liebe dieses Gefühl.
Wenn wir dieser Bewegung nachgeben, dann können wir tief in uns eine Welt entdecken, die umfassender ist, als alles, was wir im Aussen wahrnehmen können. Dann finden wir in uns alles: den Ursprung des Universums, die heilige Geometrie, aus der alles erschaffen wurde, das erste Wort, alle Dimensionen, unendliche Fraktale der Existenz, Träume in Träumen in Träumen und alle Echos, die darin widerhallen.
Diese Bewegung nach innen kann dich so tief im Sein verwurzeln, dass du vorübergehend nichts mehr willst oder brauchst.
Und auch da werden wir nicht für immer bleiben. Es kommt der Moment, an dem sich die Bewegung wieder umdreht und wir nach aussen fliessen und all das mitbringen und verkörpern, was in der Zeit der Einkehr in unserem Inneren erwacht ist.

Bild: Pixabay

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