Jupilu
Simone Ibrahim

Simone Ibrahim

Wie ein guter Mensch sein zu wollen dich komplett blockieren kann

Moral ist für viele Menschen die Leitschnur an der sie sich festhalten, wenn sie ihren Lebensweg gehen. Aber diese Leitschnur kann uns komplett in die Irre führen. 

 

Moral liefert uns ein Konzept darüber, was gut und schlecht, richtig und falsch ist. Es ist ein von Menschen für Menschen geschaffenes Konzept, das sehr stark eingefärbt ist von dem Wunsch angenommen und sicher zu sein. Es verkauft uns die Idee der Erlösung, wenn wie nur gut genug sind. Wenn wir gut sind, dann sind wir befreit, kein Urteil kann uns erreichen, wir sind unangreifbar geworden und damit unverletzbar. Und damit sind wir dem Leben entkommen und im Paradies gelandet.

 

Aber hast du dich schon einmal gefragt, was dieses «Gute» eigentlich genau ist, dem Menschen folgen? Oder: Was ist eigentlich deine eigene Idee davon ein guter Mensch zu sein? Und ist das das, was du wirklich selbst gut findest? Oder eher wovon du denkst, dass andere es gut finden? Hast du dir vielleicht die Identifikation erschaffen, dass du gut sein MUSST?

 

Was andere für gut und schlecht an dir befinden hat immer mit ihnen zu tun und mit ihrem eigenen Wertesystem. Und das hat eben mit ihren eigenen Identifikationen zu tun, mit den Dingen, mit denen sie selbst identifiziert sind, sonst würden sie nicht bewerten.

 

Aus universeller Sicht gibt es keine Moral. Es gibt kein Gut und kein Schlecht und auch kein Böse. Und dadurch auch nichts, dass dir sagt, was du tun musst oder wie du sein solltest. Für das All-Eine ist alles was du tust und erfährst von Wert, weil es sich nur so selbst erkennen kannst.

 

Moral ist etwas total Subjektives. Nicht jeder Mensch hat die gleiche Moral. Das heisst: es ist egal was du tust, jemand findet es gut, jemand findet es schlecht. Du kannst tun was du willst, du kannst niemals für alle gut sein. Genauso wirst du aber auch niemals für alle schlecht sein… also warum diesen Kampf nicht einfach aufgeben? 

 

«Ich bin ein guter Mensch» ist eine der stärksten Identifikationen, an die sich Menschen klammern. Aber damit jemand gut sein kann, braucht es auch immer andere, die böse oder schlecht sind, weil der eine Pol nicht ohne den anderen existiert. Du brauchst schlechte Menschen um selbst gut sein zu können. Und wir sollten nie vergessen: Wenn wir mit dem Finger auf jemanden zeigen, zeigen immer drei Finger auf uns selbst zurück.

 

Ein Mensch der von sich das Selbstbild des Guten pflegt, zeigt auf die Schlechten und Bösen und verurteilt sie um sich selbst besser fühlen zu können. Ist das denn wirklich so gut?

 

Diese Moral, diese Wertung blockiert nicht nur die Liebe, sie ist auch ein Gefängnis. Und dieses Gefängnis verbietet uns viele Dinge. Es macht es uns unmöglich, unser Leben wirklich frei zu gestalten und bewusste Schöpfer/innen zu sein, weil wir damit im Verteidigungsmodus und nicht in der Schöpferenergie sind. 

 

Die gute Nachricht ist: Du kannst dir auch eine Leitschnur für dein Leben erschaffen, die dir nicht Dinge verbietet, sondern mit Hilfe derer du dich bewusst dafür entscheidest, was du erschaffen willst, wohin du deine Energie lenken willst und Verantwortung dafür übernimmst. Wenn du das tust, musst du nicht mehr mit dem Finger auf alle zeigen, die es anders machen oder die Dinge tun, die du offenbar nicht gut findest. Dadurch nährst du nur Kampf und Krieg. 

 

Wenn du deine eigene Form erschaffen willst, das, was du gerne verkörpern möchtest, musst gut und böse in dir vereinen und über diese Polarität, über die Moral hinauswachsen. Wir alle brauchen gut und böse in uns, um Harmonie herzustellen. Vielleicht werden wir manchmal Dinge tun müssen die Menschen verletzen, um uns selbst treu bleiben zu können. 

 

Ohne «das Böse» gäbe es keine Evolution, keine Entwicklung. Wenn alles für alle immer gut wäre, dann hätten wir den Stillstand erreicht. Aber das Leben ist die Bewegung. Das Leben ist der Prozess. In den Fluss kommen wir, wenn wir uns dem Leben hingeben, mit allem was wir sind und dabei unsere eigene Vision nicht aus den Augen verlieren.

Bild: Pixabay

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