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Simone Ibrahim

Simone Ibrahim

Ein ganz oft auftretendes Problem bei Menschen, die sich eine erfüllende Beziehung wünschen und wie du es löst

Eine kollektives Muster bei Menschen, die sich eine erfüllende Beziehung wünschen, ist dass sie sich jemanden aussuchen, der nicht zur Verfügung steht, bzw. sich nicht ganz einlassen will oder einen Rückzieher macht wenn es an einem bestimmten Punkt mehr in die Tiefe geht. Ein Muster, in dem ich mich übrigens auch selbst vor einiger Zeit noch befand.
Sehr schnell passiert es da, dass wir in die Opferrolle fallen. «Ich würde ja wollen, aber er oder sie will halt nicht.» Dadurch entsteht entweder eine tiefe Trauer in uns, weil die Wunde der Ablehnung, die Wunde der Ungerechtigkeit oder die Wunde des Verlassenwerdens getriggert werden oder wir werden wütend, um uns aus der gefühlten Ohnmacht über die Situation oder der Person gegenüber zu befreien. Manchmal bewegen wir uns auch einfach zwischen Wut und Trauer hin und her. Beide Gefühle sind zwar verständlich, bieten aber nicht die Lösung, um über das Muster hinauszuwachsen.
Dazu müssen wir verstehen, wie wir die Situation miterschaffen und was wir davon haben. Gerade gestern hatte eine Klientin von mir wieder einen Aha-Moment, nach dem sie erkannt hat, was sie davon hat und wie ihr eigener innerer Konflikt zu dieser Situation beiträgt. Warum sie damit in Resonanz ist.
Wenn wir diesen inneren Konflikt aufdecken, dann haben wir die Macht, ihn zu lösen und können somit eine neue Realität für Beziehungen erschaffen, die glücklicher verlaufen.
Der Grund, warum wir jemanden wollen, der sich nicht ganz zu uns committen kann oder will, ist Angst. Wir haben Angst vor einer Beziehung. Angst jemanden wirklich nahe an uns ran zu lassen. Natürlich gründet diese Angst auf vergangenen Erfahrungen. Erfahrung von jeglicher Form von Übergriffigkeiten oder Ablehnung. Kurz: Wir haben Beziehungen erfahren, in denen unsere Bedürfnisse nicht wichtig genommen und/oder unsere Grenzen nicht respektiert wurden und wir haben uns für die Beziehung zu sehr selbst aufgegeben.
So kommt es, dass wir uns zwar Nähe und Geborgenheit wünschen, gleichzeitig aber erwarten, dass es sich für uns nicht gut anfühlen wird. Dass es nicht sicher ist. Ein Teil in uns will also eine Beziehung, ein anderer aber nicht, weil er Angst vor Verletzung hat.
Wie können wir diesen Konflikt lösen?
Wir müssen uns dem Teil in uns zuwenden, der Angst hat.
Je stärker der Wunsch nach einer Beziehung ist, desto schneller und dringender wollen wir in der Regel einen Partner haben. Das führt dazu, dass der Teil mit dem Wunsch nach der Beziehung die Tendenz hat, sich selbst zu vergessen bzw. für die Beziehung aufzugeben. Das gefällt dem Teil der Angst vor einer Beziehung hat uns schützen will natürlich gar nicht und er beginnt mitzumischen und die Beziehung zu verhindern. Zum Beispiel in dem wir nun Personen anziehen, die nicht wirklich zur Verfügung stehen.
Wenn wir lernen diesen ängstlichen, beschützenden Teil miteinzubeziehen und zu nutzen, dann können wir etwas ganz Neues erschaffen. Eine Beziehung, die Nähe zulässt und sich gleichzeitig sicher anfühlt.
Was also will und braucht der ängstliche, beschützende Teil von uns, dass er ebenso bereit ist, sich einzulassen und aufhört, die Möglichkeit einer tiefen, nähen Beziehung zu blockieren.
💜Er/Sie will, dass wir genau hinschauen.
💜Er/Sie will, dass wir kritisch sind.
💜Er/Sie will, dass sich die Person unserer Wahl als vertrauenswürdig erweist.
💜Er/Sie will, dass wir Zeit mit der Person verbringen, um ihn/sie erstmal kennenlernen.
💜Er/Sie will, dass wir prüfen wie mit uns umgegangen wird.
💜Er/Sie will schauen, ob der/die Auserwählte sich bemüht.
💜Er/Sie will, dass wir wissen, ob der/die andere berechenbar ist.
💜Er/Sie will, dass der/die potenzielle Partner/in sich als zuverlässig erweist.
💜Er/Sie will Beständigkeit
💜Er/Sie will, dass der/die andere wirklich MICH meint.
Das Geschenk von diesem Teil in uns ist, dass er/sie warten und gegebenenfalls stopp sagen kann.
Nur wenn wir das tun, nehmen wir uns ernst genug, schützen wir uns wenn nötig und geben uns selbst das, was wir uns auch vom anderen wünschen: Sicherheit, Geborgenheit und ein volles, ganzes Ja zu uns selbst. Wenn wir das tun, dann kann sich auch dieser Teil einlassen und es gibt keinen Grund mehr, eine Beziehung, in der es Nähe und Tiefe gibt zu verhindern.
P.S. Es gibt natürlich weitere Muster, die eine erfüllende Beziehung verhindern können.
Bild: Pixabay

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